Geschichte Street-/Classic Luge


Streetluge & Classic Luge (Buttboard) – Was ist das?

Im Grunde geht es um SPEED! – Einen Berg so schnell wie möglich auf einem Board am Rücken liegend, Beine voran, runterzurauschen.


(Almabtrieb 2010, Hungerszell, DE)

Es begann in den 70er Jahren mit den Rennen am Signal Hill (USA) mit den ersten Downhill Skateboard Rennen, bei denen es egal war, ob man auf dem Brett gestanden oder gelegen ist – es war alles einfach Skateboarding! Gegen Ende dieses Jahrzehntes wurden dann die ersten „Lay Down Skateboard Division“ Races ua. auf der GMR (Glendora Mountain Road) durchgeführt. Gefahren wurde mit umgebauten Alpin- oder Wasserskiern und ähnlichen Geräten.


(Sam Puccio-Signal Hill Race 1976)


(70er Jahre Streetluges - Ozman)


(Bob Ozman on GMR in the Rain)


(GMR Race 70er Jahre)

Nach dem Abflauen des Skateboard Booms in den Seventies, war es auch im Liegendlager sehr ruhig geworden, bis Anfang der 90er wieder mehr und mehr Fahrer auf den Strassen auftauchten. 1995 startete Streetluge, jetzt von ESPN so genannt, mit den Extreme Games (später abgekürzt X-Games) durch die Fernsehübertagungen voll durch und wurde auch in Europa wahrgenommen.


(X-Games 1999)


(X-Games 1999)


(Bob Ozman späte 90er Jahre)


(Marcus Rietema mit seinem Streamliner Luge)

Zur gleichen Zeit hatten einige Snowboarder in Österreich einen riesen Spaß, auf ihren Skateboards sitzend, die Mautstrasse vom Kaunertaler Gletscher runter zu brettern. Aus diesem Jux entwickelte sich das wohl bekannteste Downhill Skateboard Event – das Hot Heels Kaunertal.

(Hot Heels 2003)

Anfangs war dies ein reines Rennen für Liegendfahrer und es war die Geburtsstätte des Buttboarding, später als Classic Luge bezeichnet.
Bei dieser Disziplin ist das Sportgerät stark reglementiert und das fahrerische Können ist hier viel wichtiger, dadurch sind die Rennen zumeist auch enger und interessanter. Der Grundgedanke hinter dem strengen Buttboard Reglement ist es, mit geringem finanziellen Aufwand ein konkurrenzfähiges Sportgerät auf die Rollen stellen und um in den Luge-Sport günstig einsteigen zu können.
Durch die unterschiedliche Bauweise sind Classic Luge und Streetluge auch vom Fahrverhalten unterschiedlich, auch wenn es für Außenstehende sehr ähnlich aussieht und benötigen daher verschiedene Fahrtechniken.
In den späten 90er und frühen 2000er Jahren waren nahezu alle Luges aus Stahl mit teilweise Liegewannen (Pans) aus Aluminium und mit Fußrasten (Pegs) ausgestattet, da die meisten Rennstrecken aus langen Geraden mit einer, aus Strohballen aufgestellten, schnellen S-Kombi bestanden.
Mit den Rennen in Europa, auf mit Kehren gespickten Strassen, wurden die Geräte immer kürzer und leichter, um die immer technisch anspruchsvolleren Strecken zu meistern. Die „Pegless“ Streetluges, wie sie heute verwendet werden, waren geboren.
Die Evolution des Streetluges geht zur Zeit in die Richtung immer leichter, kürzer und aus Verbundwerkstoffen, wie Carbon, Kevlar oder Glasfaser, gefertigt.

(Almabtrieb 2010, Rider Michael Müller, Cedric Robert)


Harte Fakten
Classic Luge
Deck: nur aus schichtverleimten Holz, 125x30,5cm, max. 6,5kg
Rollen: max. 70mm Durchmesser
Mindestens 8cm Bodenfreiheit bis zur Deckunterseite
Es dürfen nur 2 Achsen und 4 Rollen verwendet werden Vmax bei Rennen: bis zu 130km/h (Weltcup Teutonia, Brasilien
Erfolgreichster Fahrer: Dr. Michael Serek „The Flying Dentist“ 3x Weltmeister und 5x Gesamtweltcupsieger in Folge 

(Classic Luge/Buttboard)

Streetluge
Board: kann aus jedem beliebigen Material gefertigt sein, meistens aus Aluminium, Stahl oder Verbundwerkstoffen (Carbon, Glasfaser,...), max. 3 Meter lang und 61cm breit, mindestens aber 120cm lang, max. 25kg, aerodynamische Verkleidungen sind erlaubt
Rollen: max. 130mm Durchmesser
es müssen mindestens 2 Achsen und 4 Rollen verwendet werden – die meisten sind mit 3 Achsen (2 vorne, 1 hinten) und 6 Rollen oder 4 Achsen/8 Rollen bestückt
Vmax bei Rennen: bis zu 140km/h (Weltcup Teutonia, Brasilien)
Offizieller Speed Rekord: 157,41km/h




Bei Beiden Disziplinen muss am Rücken liegend, mit den Füssen nach vorne, gefahren werden.
Es dürfen keine mechanischen Bremsen verwendet werden – man bremst mit den Füssen!

(Michael Müller - Run to the Hill 2009, Oberwang AT)

Mehr Infos - Reglement und Rennen: IGSA (International Gravity Sports Association), IDF (International Downhill Federation)
Wo bekomme ich das Equipment: am besten natürlich direkt bei uns ;-) Streetluge-Austria.at Shop (AUT)
Aber hier sind auch einige Bezugsquellen: Lang Bros. (DE), 9.81 Boards (CH), Rogers Bros. (USA), TRS (USA)
Wo kann ich den Sport erlernen: Am besten bei einem unserer Workshops StreetlugeAustria.at (AUT), oder auch hier Lugeschool.co.uk (GB)


Danke an Marcus Rietema (IGSA Präsident) für die Infos zur Geschichte, Bob Ozman und Chris McBride für die Bilder der X-Games, GMR und älteren Streetluges